Caféhaus - Angebote

 

Kaffee

 

  • Mocca klein oder groß (eine einfache bzw. doppelte Menge Kaffee mit der einfachen bezw. doppelten Menge Wasser)
  • Melange (einfache Menge Kaffee, mit heißer Milch und viel Milchschaum)
  • Einspänner (Variation des Mocca, er wird im Glas und mit Schlagobers serviert)
  • Fiaker (ein Mocca im Glas serviert mit Rum)
  • Kapuziner (schwarzer Kaffee mit einem Schuß Milch - braun wie die Kutte eines Kupuzinermnöchs)
  • Franziskaner (Melange sehr licht, mit Schlagobers und Schokostreuel)
  • Maria Theresia (Mocca versetzt mit einem Schuß Orangenlikr)
  • Mazagran (Mocca wird mit Eiswürfeln gekühlt und mit Maraschino versetzt)
  • Wiener Eiskaffee (Vanilleis mit einem erkalteten Mocca und viel Schlagobers)

 

In früheren Zeiten hat man den Kaffee nach Farbe bestellt. Im Kaffee Herrenhof gab es einen legendären Ober Hermann, der stets eine Lakiererfarbtafel mit 20 Farbschattierungen, die noch dazu nummeriert waren, mit sich herumtrug und seine Gäste jeweils nach der gewünschten Frbung bestellen ließ.

 

Um den Kaffeehäusern das Überleben zu sichern wurde das Angebot erweitert. Während der Kontinentalsperre durch Napoleon als man in Wien keine Kaffeebohnen erhielt, wurden die Konzessionen auf Wein und kleine Speisen ausgedehnt. Warme Mehlspeisen hielten Einzug. Erst viel später wurde das heutige Kaffee-Restaurant geboren, in dem man häufig eine hervorragende Küche vorfindet, die einem Restaurant in keiner Weise nachsteht.

 

In früheren Zeiten hat man den Kaffee nach Farbe bestellt. Im Kaffee Herrenhof gab es einen legendären Ober Hermann, der stets eine Lakiererfarbtafel mit 20 Farbschattierungen, die noch dazu nummeriert waren, mit sich herumtrug und seine Gäste jeweils nach der gewünschten Frbung bestellen ließ.

 

Um den Kaffeehäusern das Überleben zu sichern wurde das Angebot erweitert. Während der Kontinentalsperre durch Napoleon als man in Wien keine Kaffeebohnen erhielt, wurden die Konzessionen auf Wein und kleine Speisen ausgedehnt. Warme Mehlspeisen hielten Einzug. Erst viel später wurde das heutige Kaffee-Restaurant geboren, in dem man häufig eine hervorragende Küche vorfindet, die einem Restaurant in keiner Weise nachsteht.

Gewerbe und Zünfte anno 1683

 

Der Coup von Wien

Geld und Wirtschaft spielten auch bei der Türkenbelagerung 1683 schon eine große Rolle. Die Verteidigung der Stadt mußten ihre Söldner bezahlen, und sie brauchten Waffen, Lebensmittel, Nachschub. Das alles kostet natürlich Geld. Und außerdem brauchte man Fachleute: Zimmerer, Tischler, Waffenschmiede, Bäcker, Fleischer...und Münzmeister.

 

Als die Türken vor Wien standen – beweist ein vor kurzem erschienen Buch über das Jahr 1683 – befanden sich nur läppische 30.000 Gulden (heute wären das 300.000 Schilling) in der Stadtkassa. Zu wenig, um die Stadt effizient zu verteidigen. Denn allein die Verpflegung kostete im Monat 40.000 Gulden.

 

Und die Handwerker wollten auch bezahlt werden. Denn die Zünfte und deren Meister waren unentbehrlich für die Zerschlagung des türkischen Heeres. Banken, die Geld vorstreckten, gab es damals nicht. In allerhöchster Not kam Hilfe. Ein ungarischer Bischof namens Kollonitsch wußte nämlich, daß sich ein Keller eines Palais unermeßlichem Schätze befanden. Der Eigentümer, Erzbischof Szelepsenyi, der aus Wien geflüchtet war, wurde kurzerhand "seines Vermögens enthoben". Aus den Goldvorräten wurden flugs Münzen geprägt – Graf Starhemberg, der Verteidiger Wiens, hatte nun genügend Geld, um seine Soldaten zu bezahlen und auch die Rechnungen der Lieferanten zu begleichen. 500.000 Gulden, also fast 5 Millionen Schilling, war der Schatz des Erzbischofs wert gewesen.

 

Jetzt konnte Starhemberg ans Werk gehen: bei den Waffenschmieden bestellte er 2000 Morgensterne, die Bäcker konnten wieder weißes Mehl verwenden, die Ärzte konnten ordentlich bezahlt werden: Ein Doktor verdiente etwa 50 Gulden im Monat und ein halbes Kilo Fleisch kostete 6 Kreuzer, während man für ein Kilo Fisch – die Fische wurden aus dem Burggraben gefischt immerhin 2 Gulden bezahlte.

 

Den Zünften ging es jedenfalls besser – sie waren auch, wie man heute sagen würde, motiviert, alle ihre Kräfte und Fähigkeiten zur Verteidigung der Stadt einzusetzen.

 

Heute muß man Geld nicht mehr beschlagnahmen, um den Zünften zu helfen. Heute gibt es Banken und geförderte Kredite. Aber heute ist das Handwerk, modern ausgedrückt, sind die Klein- und Mittelbetriebe, das Gewerbe, genauso wichtig wie damals. Heute beschäftigen die Klein- und Mittelbetriebe an die 60 Prozent der österreichischen Arbeitnehmer und produzieren mehr als 2 Drittel des Bruttoinlandsproduktes.

 

Heute ist die Funktion der "Hausbank", der geeigneten Kreditorganisation für den kleine Betrieb, für das Gewerbe wichtiger denn je. Weil es nicht nur in Geldangelegenheiten, sondern auch in Wirtschafts- und Marktangelegenheiten berät.

Das Kaffeehaus

 

Renaissance einer Institution
Mag. Arch. Joerg Nairz

Das Kaffeehaus feierte 1983 sein 300jähriges Bestehen. Anläßlich dieses Jubiläum wurden neben anderen Aktivitäten einige Kaffeehäuser renoviert bzw. neu gestaltet.

 

 Das Wiener Kaffeehaus ist ein eigener Begriff und eine besondere Erscheinung im Kulturleben dieser Stadt. Als wichtiger Bestandteil der Wiener Kulturgeschichte hat das Kaffeehaus seine eigene Vergangenheit mit eigenem Legenden und Anekdoten (Kolschitzky, Cafè Griensteidl, Cafè Central), es ist jedoch keine rein historische Erscheinung.

 

Seine Funktion in der Gesellschaft ist zwar nicht mehr so ausgeprägt wie früher, sie ehemalige Creme der Kaffeehausgäste, die intellektuellen Menschen, sind heute oft zu beschäftigt und daher meist nur mehr potentiell Kaffeehausgäste.

 

Das Kaffeehaus lebt jedoch nach wie vor von seinen Stammgästen, seinen altgedienten Obern, seinen jeweiligen Besonderheiten und Traditionen. Früher lebte ein großer Teil der Künstler und Intellektuellen sprichwörtliche im Kaffeehaus, man schrieb dort, empfing, diskutierte, telephonierte, las Zeitung oder hinterließ Nachrichten für andere. In Kürschners Literaturkalender war Peter Altenbergs Adresse mit Cafè Central, Wien I, angegeben.

 

Anfang dieses Jahrhunderts war in Wien das Kaffeehaus sicher der Nabel der Literaturwelt. Vom Kaffeehaus nahmen aber auch neue Richtungen der Malerei, der Musik und der Architektur ihren Ausgang.

 

Das europäische Kaffeehaus entstand nicht in Wien. Es gab bereits um die Mitte des 17. Jahrhunderts in Venedig, Oxford, London, Paris oder Amsterdam Kaffeehäuser. In Wien entstanden die ersten Kaffeehäuser erst nach der Türkenbelagerung von 1683.

 

Die ersten Kaffeehäuser waren, soweit heute bekannt, meist in Gewölben oder kioskartigen Gebäuden untergebracht. Sie waren durchwegs sehr einfach eingerichtet und die Besitzer wechselten auch sehr oft die Lokalitäten, was auf eine nicht allzu große Investitionen schließen läßt.

 

Um die Mitte des 18. Jahrhunderts wurde dann auch auf die Ausgestaltung mehr Wert gelegt, und so entstanden vornehmlich an der Schlagbrücke, der heutigen Schwedenbrücke, einige bestausgestattete Kaffeehäuser, wie z. B. das Jüngling oder das Wagner.

 

So war es nur natürlich, daß sich auch die bedeutenden Architekten dieser Zeit mit dem Kaffeehaus beschäftigt haben.

 

Im Jahre 1819 schuf der Wiener Architekt Josef Kornhäusl das berühmte Kaffeehaus des Ignaz Wagner an der Schlagbrücken, welches auch einen ersten Stock aufwies und alles Bisherige in den Schatten stellte.

 

1932 gestaltete Josef Kornhäusl noch ein weiteres Kaffeehaus für Karl Petter in der Nähe des Theaters an der Wien.

 

Im Jahre 1822 wurde nach den Plänen von Architekt Peter Nobile, dem Schöpfer des Burgtores, das Volksgartencafè des Peter Corti errichtet. Dieses Kaffeehaus in seiner rein klassizistischen Gestaltung wurde zu einem Mittelpunkt der Wiener Gesellschaft und ist durch Gartenkonzerte und Uraufführungen mit der Musikgeschichte eng verbunden.

 

Um 1850 veränderte sich das Kaffeehaus. Es bekam eine neue Größenordnung und Gestalt und auch eine neue Atmosphäre.

 

Als Folge der fortschreitenden Veränderung Wiens hin zur Großstadt und europäischen Metropole entstanden repräsentative Großstadtcafès meist im Stile des Historismus, mir einem nicht zu übersehenden Hang zum Mondänen und zur Repräsentation. In der Zeit einer explosionsartig zunehmender Bevölkerungszahl Wiens und einer damit verbundenen Wohnungsnot entwickelt sich das Kaffeehaus zunehmend zum Wohnraum des gebildeten Bürgertums. Im Kaffeehaus wohnte man, zu Hause schlief man. Da die Kaffeehäuser in dieser Zeit meist nach dem neuesten Zeitgeschmack eingerichtet waren und die Repräsentations- und Dekorationsformen hauptsächlich aus den Salons des Adels und der Reichen stammten, konnten auch Ärmere an der jeweiligen Mode teilhaben.

 

An diesem Typ orientiert sich im wesentlichen das Wiener Kaffeehaus bis heute.

 

Wo möglich, erstreckte sich das Kaffeehaus über 2 Straßenfronten und der Eingang lag meistens an der –ecke, um so von mehreren Straßen eingesehen werden zu können.

 

Auch auf die schöne Aussicht wurde oft speziell Wert gelegt.

 

Man betrat das Kaffeehaus meist über einen Windfang und sah sich üblicherweise einer Sitzkassa gegenüber. Durch die Sitzkassa wurde der meist ums Eck gehend Raum in einem Flügel zum Sitzen und einen Flügel zum Spielen (Billard) geeilt. Typisch für das Kaffeehaus ist auch die Aufstellung der Sitzbänke quer zur Fensterfront., so entstanden Sitzlogen in den Fenstern, aus denen der Gast die Vorgänge im Inneren des Kaffeehauses sowie auch außen auf der Staße beobachten konnten.

 

In den Abschlußwänden beider Flügel waren meist mehr oder weniger aufwendig gestaltete Spiegel angebracht, die den Raum optisch vergrößerten. Vor dem Kaffeehaus waren oft unter einer Sonnenplache oder unter einem fixen Glasdach einige Tische als sogenannter Schanigarten aufgestellt, wo man in der warmen Jahrenzeit auch im Freien bedient wurde.

Cafe ist IN – In Cafes

 

 

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Seit Anfang Mai stehen die Schanigärten wieder heraußen. Und sind vom ersten Tag gut besucht. Viele junge Leute sind da – die Innenstadt lebt wieder. Genießerisch saugt man die Frühlingsluft ein, sonnt sich in der Wärme. Man redet. Plaudert. Scherzt. Junge Mädchen, lässig auf den Sesseln, die Beine übereinander geschlagen, einen Campari, einen Eiskaffee oder ein Glas Sekt schlürfend, lachend, ausgelassen.

Das Kaffeehaus ist wieder "in". Dort trifft man sich, dort geht man hin. Plüschbänke und Marmortische, Wandspiegel und Jugendstileuchen. Eleganz ist Nostalgie.

 

In den letzen Jahren sind mehr Lokale aufgemacht worden als im Jahrzehnt vorher. An allen Ecken und Enden der Stadt wird ein Beisl, ein kleines Lokal, ein kleines Cafè eröffnet. Die Besucher sind meist ebenso jung wie die Besitzer oder Geschäftsführer. Menschen, die von der abendlichen Medienberieselung haben und dich ihr Programm lieber selber machen.

 

Früher Abend in einem Wiener Innenstadtcafè. Fast alle Logen sind besetzt. Platz gibt`s kaum mehr. Eine Gruppe Studenten mit Manuskripten – man diskutiert, trinkt dann und wann vom Wein, der Aschenbecher quillt über. Gleich daneben, in der versteckten Loge, zwei Verliebte. Weltversunken. Als hörten sie die lautstarken Dispute der Studenten nicht. Ein paar Schüler von der nahegelegenen Tanzschule sind da: manierlich, wie`s sich gehört unter Tanzschülern. Brav, die weißen Handschuhe auf der Sitzbank. Der Zeitungstisch ist leer. Ein zwanzigjähriger Intellektuellentyp – Schnurrbart und Brille und Gauloises – verschanzt sich hinter großformatigen Blättern.

 

Ein anderes Kaffeehaus – auch in der Innenstadt. Die Leute, die hier verkehren, nennt man "in": die Blondine mit der Rolex, kokett an die Bar gelehnt, die am Champagnerglas nippt und sich bemüht, möglichst unbeteiligt dreinzuschauen, und sich bisweilen betont lässig durch die Haare fährt, der Altplayboy mit dem verwitterten Gesicht, den Armani-Jeans und dem Cashmerepulli, der Aktenkofferjurist mit Flanellhose und schmaler Lederkrawatte – auch die gibt`s im Kaffeehaus. Auch die schlagen sich ihre Zeit dort tot – wie es übrigens schon Alfred Polgar getan und geschrieben hat.

 

Die Mädchen aus reichem Haus, sorgfältig geschminkt, und so ihre Langweile kaschierend, die jungen Gymnasiasten, die lieber bei einer Melange sitzen als in der Lateinstunde zu schwitzen, die Journalisten, die sich ihre Informationen lieber im Kaffeehaus als irgendwelchen Amtstuben holen – sie alle gehen ins Kaffeehaus. Und auch das ältere Ehepaar verschweigt sich den Abend nicht mehr so oft vor dem Fernseher, sondern unterhält sich im Cafè.

 

Die Legende Kaffeehaus ist Realität – lebendige Realität. Ob Realitätsbewältigung oder Realitätsflucht, ob politisches Forum oder Zufluchtsort für Verliebte, bleibt sich letztlich gleich. Das Kaffeehaus bietet eben alles. In Wien gibt es heute insgesamt 1.700 Kaffeehausbetriebe – traditionelle Kaffeehäuser mit Plüsch und nostalgischer Atmosphäre, Cafè-Konditoreien mit verlockenden Mehlspeisbuffets, Espressi für die Hektischen, Cafè-Restaurants für diejenigen, die auch ihren Magen verwöhnen.

 

Wer geht in`s Kaffeehaus?

 

15- bis 18jährige: 4,2%

 

19- bis 25jährige: 24,1%

 

26- bis 35jährige: 22,4%

 

36- bis 45jährige: 19,6%

 

46- bis 55jährige: 9,7%

 

56- bis 65jährige: 8,3%

 

über 66jährige: 8,9%

 

Fazit:

 

Ein Drittel aller Kaffeehausbesucher ist jünger als 25 Jahre!

 

Mehr als 2 Drittel der Kaffeehausgäste sind jünger als 45 Jahre.

 

80% der Kaffeehausbesucher sind Stammgäste, das heißt, sie gehen mindestens einmal in der Woche ins Kaffeehaus.

 

Fast die Hälfte der Kaffeehausbesucher sitzt täglich ins Kaffeehaus.

Warum geht man ins Kaffeehaus?

Plaudern mit Freunden: 60,4%

Kaffeespezialitäten: 58,8%

Ruhe und Entspannung: 45,3%

Zeitung lesen: 44,1%

Mehlspeisen: 37,7%

Musik: 23,7%

Spiele: 23,3%

Kaffee und wie er zu uns gelangte

Auf die Bohne gekommen

"Einen kleinen Braunen und eine Melange, Herr Ober!" Eine alltägliche Bestellung, wie man sie in jedem Wiener Kaffeehaus immer wieder hört. Die Espressomaschine dampft und zischt, der Ober kommt und serviert.

 

Man trinkt genüßlich den heißen Kaffee, lehnt sich zurück, plaudert, liest Zeitung. Der Kaffee gehört dazu. Kaffee ist Bestandteil des täglichen Lebens. Mehr als jedes andere Getränk. Ob im orientalischen Basar, im Flughafenrestaurant einer amerikanischen Kleinstadt, in einer Cafeteria in Rio de Janeiro. Im berühmten Florian in Venedig, in einem Hotel in Kairo – Kaffee trinkt man überall.

 

Jährlich werden auf der Welt mehr als 700 Milliarden Schalen Kaffee getrunken, werden dreieinhalb Millionen Tonnen Kaffeebohnen geerntet, geröstet und dann gemahlen.

 

Das teuflische Getränk, von manchen verdammt, von anderen heiß geliebt, hat seinen Siegeszug um die Welt längst angetreten. Dabei ist Kaffee ein relative junges Getränk – anders als Wein, Bier oder Tee. Im 14. Oder 15. Jahrhundert wurde zum ersten Mal Kaffee getrunken: in Jemen und Abessinien, der Heimat der Kaffeebohne. Der Legende nach war die "erste" Kaffeehausstadt "Mocha", eine Hafenstadt. Nach diesem "Mocha" ist auch unser Mocca benannt. Mit der Ausbreitung des Islam, den Eroberungszügen der Türken, verbreitete sich auch die Kunst des Kaffeekochens und-genießens.

 

In Mekka, der heiligen Stadt des Islam, gab es bereits Ende des 15. Jahrhunderts mehrere Kaffeezelte, und um die Mitte des 16. Jahrhundert entstand das erste Kaffeehaus auf europäischen Boden: in Konstantinopel, der Stadt am Goldenen Horn.

 

Von da an ging`s bergauf: In Italien, Frankreich und schließlich auch in Österreich setzte sich "das Kaffeetrinken" durch.

 

Wie der Mensch auf den Kaffee, respektive auf die Bohne kam, weiß man heute nicht so genau. Ähnlich wie die Einführung des Kaffees in Wien eine Legende ist, ist auch de "Entdeckung der Bohne" ein Märchen. Nicht die Menschen selbst sind auf den Kaffeestrauch aufmerksam geworden, sondern Ziegen. Arabische Hirten, so erzählt man, sei es einst aufgefallen, daß die Ziegen, die von den Früchten des Kaffeestrauches aßen, ganz besonders lebendig und frisch waren und in der Nacht einfach nicht schlafen wollten – zum Ärger der Hirten, die selbst eine ruhige Nacht verbringen wollten. Also kosteten die Hirten selbst von dem Strauch – und siehe da: Die grünen Bohnen taten außerordentliche Wirkung.

 

Heute noch streiten Forscher und Gelehrte, ob die Heimat des Kaffees Abessinien in Afrika oder Jemen auf der arabischen Halbinsel ist. Das ist – beim Barte des Propheten – auch gleichgültig.

 

Die ersten Kaffeetrinker waren jedenfalls die arabischen Mohammedaner. Und die vielen Pilger, die nach Mekka zogen, brachten von dort die Bohnen mit in ihre Heimatstädte.

 

Die Engländer, Portugiesen und Niederländer – beide große Seefahrernationen, brachten den Kaffee dann auch in ihre Provinzen: nach Süd- und Nordamerika, nach Indien, Java und Australien. In New York wurde etwa 1696 schon das erste Kaffeehaus eröffnet, und in Sào Paulo in Brasilien gab es nachweislich 1722 schon die erste Kaffeeplantage.

 

Heute kommt der Kaffee, respektive die Bohnen, weder aus Abessinien noch aus Jemen. Den Löwenanteil halten Südamerika und Afrika, und hier wiederum Brasilien, Kolumbien, Guatemala sowie Kenia und Java.

 

Allein Brasilien liefert pro Jahr eineinhalb Tonnen Kaffee, das ist fast die Hälfte der Weltproduktion. Dahinter folgen Kolumbien, Mexiko und verschiedenen afrikanische Länder.

 

Dabei ist Kaffee nicht gleich Kaffee. In jedem Land herrschen andere klimatische Bedingungen, in jedem Land wird der Kaffee anders geröstet. Es gibt mindestens so viele Röstungsarten und Mischungen, wie es Kaffeesorten gibt.

 

Das Mischen ist eine spezielle Kunst. Denn normalerweise besteht der Kaffee, den wir zu Hause genießen, nicht aus einer Sorte, sondern aus mehreren. Die Mischungen sind vielfältig. Fast jeder Kaffeeimporteur hat seine Haus- und Spezialrezepte, die er nur ungern verrät.

 

Schließlich muß man ja auch auf die Trinkgewohnheiten der Konsumenten Rücksicht nehmen. Die Italiener trinken in der Regel stärkeren Kaffee als die Deutschen oder die Schweizer.

 

Nach der Mischung wird der Kaffee erst geröstet. Und auch das ist eine heikle Prozedur. Aus Grün wird Braun oder Schwarz, je nach Röstung oder Beschaffenheit der Bohnen. Bei der Röstung verlieren die grünen Bohnen etwa 18 Prozent ihres Gewichtes.

 

Und jetzt erst wird der Kaffee ausgeliefert – an die Kaffeehäuser und verschiedenen Kunden. Wobei anzumerken ist, daß frisch gerösteter Kaffee so schnell wie möglich verbraucht werden sollte, sonst verliert er nämlich sein Aroma.

 

Und was ist besser als ein herrlich duftender, frisch gerösteter Kaffee! – Ein Gedicht.

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